PT.II: Power Mac G5 – Webdesign und Webentwicklung?

22.11.2012

Im vorangegangenen Teil bin ich auf die allgemeinen Möglichkeiten sowie Software für Webdesign eingegangen. Nun möchte ich etwas tiefer einsteigen und zeigen, welche Möglichkeiten in Sachen Webentwicklung bestehen. Es soll hier vor allem darum gehen, wie man nützliche Dinge wie Git, einen Webserver und weitere nützliche Tools zum laufen bekommt. Unabhängig von der System-Architektur, besitzt natürlich jeder seine eigene Heransgehensweise um bestimmte Software zu installieren. Auf meinem Intel-Mac habe ich einen Großteil über die Paketverwaltung Homebrew gelöst um beispielsweise Git, Zsh oder drush zu installieren. Die Installation von Homebrew war somit mein erster Schritt.

Kleine Stolpersteine mit Homebrew

Homebrew lässt sich wie auf der Website beschrieben installieren, hier gibt es keine Unterschiede zwischen PPC und Intel Macs. Nach erfolgreicher Installation wird das Ausführen von $ brew doctor empfohlen – und dies sollte man tun. Denn hier offenbaren sich die Fallstricke in Form von einigen Warnungen:

  1. Homebrew findet die Developer Tools nicht, da bis dato auch noch nicht installiert. Hierbei kann man sich gleich Apple Devcenter bewegen, da die Leopard Installations-CD Xcode nur in Version 3.1.2 mitliefert. Dies würde später ebenso durch Homebrew bemängelt. Die letztmögliche Version von XCode welche noch unter 10.5 läuft, ist Version 3.1.4 und kann mit etwas Suchen auf der Developer-Seite von Apple gefunden werden. Installiert man diese, kann diese Warnung abgehackt werden.

  2. Homebrew stellt eine veraltete Git-Version fest und empfiehlt die Durchführung von $ brew upgrade git. Soweit so gut – führt man diesen Befehl aus, verweigert Homebrew seinen Dienst, mit der Bemerkung nicht für diese System-Architektur ausgelegt zu sein. Glücklicherweise wird auf den PPC-Fork von Homebrew verwiesen. Befolgt man die Installationshinweise auf der Github-Seite, so läuft Homebrew im Anschluss tadellos und Git ist ebenso auf aktuellem Stand. Problem gelöst.

  3. Es wird auf nicht mehr unterstützte Zertifikate hingewiesen, welche zu Problemen mit der HTTPS-Übertragung im Zusammenspiel mit Github führen können – auch hier gibt Homebrew bereits einen Lösungweg vor: In der .profile einfach export GIT_SSL_NO_VERIFY=1 eintragen. Sofern die .profile noch nicht existiert:

    $ cd ~

    $ echo export GIT_SSL_NO_VERIFY=1 >> .profile

Hat man dies gemeistert, ist Homebrew einsatzbereit.

Weitere kleine Helfer

wget nachrüsten

wget ist nicht Bestandteil von OSX und lässt sich über $ brew install wget sehr leicht nachrüsten.

Die liebe ZShell

Seit geraumer Zeit bin auch ich Fan der ZShell (zsh) und möchte diese nicht mehr missen, auch nicht auf dem Power Mac. Die Installation läuft auch hier wieder dank Homebrew simpel: $ brew install zsh

oh-my-zsh

Für noch mehr Freude an der ZShell sorgt die "Erweiterung" oh-my-zsh, hier empfiehlt es sich einfach der angegebenen Installationsanleitung zu folgen.

Webserver für lokale Entwicklung einrichten

Um komplexere Webprojekte auch lokal entwickeln zu können, benötigen wir einen Apache mit PHP sowie MySQL. Hierbei gibt es – System unabhängig – mehrere Möglichkeiten dies zu tun: Der einfachste Weg sind die bekannten Vertreter MAMP oder XAMPP. Wobei im Normalfall MAMP meine erste Wahl ist. Das Problem: MAMP in der aktuellen Version ist nicht mehr unter 10.5.8 lauffähig. XAMPP habe ich nicht getestet, sollte aber nach eigenen Angaben auch unter PPC laufen. Eine Alternative besteht in der Konfiguration des bereits mitgelieferten Apaches von Leopard.

Der installierte Apache

Über die Systemeinstellungen > Sharing kann der Punkt "Websharing" aktiviert werden. Hierunter verbirgt sich nichts anderes als das Starten des integrierten Apache-Servers. Wer nun auf seinem Power Mac http://localhost aufruft, sollte eine entsprechende Seite ausgeliefert bekommen. Die folgenden Hinweise erfolgen mit Dank an Klaus Komeda, dessen Blogbeitrag ich diese entommen habe. Wer die Terminal-Lösung mag, kann sich folgender Befehle bedienen:

$ sudo apachectl start
$ sudo apachectl stop
$ sudo apachectl restart

Konfigurieren lässt sich der Apache über die http.conf, welche unter /etc/apache2/httpd.conf zu finden ist.

PHP aktivieren

Auch PHP liefert OSX bereits mit, dies ist jedoch standardmäßig deaktiviert und bedarf der Aktivierung über die httpd.conf: $ sudo nano /etc/apache2/httpd.conf Nun müssen noch folgende Zeilen hinzugefügt werden:

AddType application/x-httpd-php .php
AddType application/x-httpd-php-source .phps
…
LoadModule php5_module libexec/apache2/libphp5.so

Speichern und PHP ist einsatzbereit. Um die php.ini nach den eigenen Wünschen anpassen zu können, machen wir noch folgendes:

$ sudo cp /private/etc/php.ini.default /private/etc/php.ini

MySQL installieren

Für gewöhnlich findet man auf der MySQL Website den Community Server, welcher sich in der Regel problemlos installieren lässt. So auch auf dem Power Mac – das Problem: die Installation ist zwar möglich, ein Ausführen jedoch nicht. Aus diesem Grund habe ich auch hier wieder Homebrew zur Hilfe genommen. $ brew install mysql und schon wird MySQL heruntergeladen und installiert. Im Anschluss sind noch folgende Befehle auszuführen:

$ unset TMPDIR
mysql_install_db --verbose --user='whoami' --basedir="$(brew --prefix mysql)" --datadir=/usr/local/var/mysql --tmpdir=/tmp

Nun sollte sich der Server über $ mysql.server start starten lassen. Jetzt noch über $ mysqladmin -u root password 'neues-passwort' dem Root-User ein neues Passwort verpassen. Damit später MySQL und PHP richtig zusammenspielen, muss noch die php.ini bearbeitet werden hier nach mysql.default_socket = suchen und mit mysql.default_socket = /tmp/mysql.sock ersetzen, sowie für mysqli.default_socket = zu mysqli.default_socket = /tmp/mysql.sock wiederholen – speichern – fertig.

MySQL verwalten

Um die Datenbanken verwalten zu können kann auch auf dem Power Mac auf Sequel Pro zurückgreifen – wer dies möchte. Für diejenigen, die PHPMyAdmin bevorzugen sei hier die Inbetriebnahme erklärt. Zuerst die aktuelle Version von PHPMyAdmin herunterladen. Im Anschluss das geladene Archiv im Ordner /Library/WebServer/Documents entpacken (sofern noch keine weitere Konfiguration an der httpd.conf gemacht wurde). Jetzt die config.sample.inc.php kopieren und in config.inc.php umbenennen und folgende Änderungen machen (ca. Z 30) :

$cfg['Servers'][$i]['user'] = 'root';
$cfg['Servers'][$i]['password'] = 'password';

Nun sollte man unter http://localhost/PHPMyAdmin-Verzeichnis/ ein Login möglich sein. Somit hat man nun einen lauffähigen Webserver, welcher sich nach belieben konfigurieren lässt.

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